Magisk: Das Schweizer Taschenmesser für Modder

Falls Ihr Euer Smartphone rootet, solltet Ihr SuperSU rauswerfen und stattdessen auf Magisk setzen. Damit rootet Ihr Euer Smartphone, macht es wieder SafetyNet-konform und installiert sinnvolle Zusatzmodulen, die an das Xposed Framework erinnern. Wir zeigen Euch die Funktionen von Magisk, sowie wo man des downloadet und wir geben Tipps zur Installation.

In den vergangenen Wochen habe ich endlich einmal wieder mit mit Mods, Root, SafetyNet und weiteren Themen aus der guten alten Android-Core-User-Zeit beschäftigt. Schockiert habe ich festgestellt, dass Google, App-Entwickler und einige Smartphone-Hersteller mit immer härteren Bandagen gegen Mods, insbesondere Root vorgehen. Eine kleine Gruppe von Moddern nimmt aber weiterhin den harten Kampf auf sich.

Einen Namen hörte ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal: Topjohnwu kommt offenbar aus Taiwan und scheint ein begabter Entwickler zu sein. Zusammen mit wenigen Helfern stemmt er ein junges Projekt, das sich Magisk nennt. Die Software kommt als ZIP-Datei daher und wird, ähnlich wie SuperSU, mit einer alternativen Wiederherstellungssoftware wie TWRP auf Android-Smartphones gespielt.

Magisk kümmert sich dann um die Root-Berechtigungen der entsprechenden Apps, verbirgt sich und den Root-Zugriff vor der SafetyNet-Überprüfung und liefert im Downloads-Bereich Modifizierungen. Letztere schalten Funktionen in bestimmten Smartphones frei, erweitern Apps oder schalten Tethering frei in Geräten, deren Provider es deaktiviert haben.

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Die Beta-Version hält schritt mit SafetyNet-Barrieren und holt Netflix trotz Root zurück in den Play Store. / © AndroidPIT

Magisk-Features

Die Open-Source-App Magisk ist ein Paket, dass sich unter der Haube aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Die mit Magisk vorgenommenen Modifizierungen an Eurem Smartphones geschehen System-less und beeinflussen nicht die Partitionen Eures Smartphones. Das bedeutet, dass sich Magisk mit einem einfachen Script so entfernen lässt, wie Ihr es aufgespielt habt.

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Magisk verwaltet Root und lässt sich in einem Aufwasch komplett entfernen. / © AndroidPIT

MagiskSU ist die hauseigene Root-Lösung, die auf Know-how und Open-Source-Code von phh’s Superuser zurückgreift, das wiederum ein Erbe von Clockworkmod Superuser darstellt.

Magisk Manager

Damit alles für Euch einfach, übersichtlich und wartbar bleibt, präsentiert sich Magisk auf Eurem Smartphone in Form des Magisk Managers. Mit ihm verwaltet Ihr MagiskSU, installiert Magisk-Updates und organisiert die Magisk-Module.

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In Downloads sucht und findet Ihr den richtigen Mod für Euch. / © AndroidPIT

Magisk Hide ist die Zusatzfunktion, mit der Ihr Magisk vor der SafetyNet-Überprüfung verbergt. So könnt Ihr zumindest vorübergehend Apps wie Android Pay (abhängig von Eurem Standort), Pokémon GO oder Mario Run wieder nutzen, obwohl Ihr Euer Smartphone modifiziert. Das sehen die App-Entwickler und Google natürlich nicht gerne. Aber Details zu diesem Katz- und Maus-Spiel behandeln wir in einem separaten Artikel.

Magisk ist so zu sagen ein 3-in-1-Tool für Modder. Es vereint die Funktionalität von SuperSU + SuHide + Xposed in einer App. Mit Smartphones auf Basis von Android 5.0 oder 5.1 Lollipop oder Android 6.0 Marshmallow könnt Ihr sogar das Xposed Frameowrk direkt aus Magisk heraus installieren, um auf das dortige Mod-Repository zurückzugreifen. Auch der Audio-Mod ViPER4Android lässt sich sofort installieren.

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In unserem Test konnten wir von Now-on-Tap (link) auf den Google Assistant (rechts) aufrüsten. / © AndroidPIT

Magisk: Download und Installation

Falls Euer Smartphone aktuell nicht gerootet ist, könnt Ihr Magisk sofort mit seiner ZIP-Datei auf Eurem Smartphone installieren. Ihr benötigt dafür die Wiederherstellungssoftware TWRP für Euer Smartphone. Diese lässt sich auf Eurem Smartphone installieren, nachdem Ihr dessen Bootloader entsperrt habt. Jene Schritte erörtern wir im separaten Artikel.

Verwendet Ihr derzeit SuperSU oder eine andere Methode und wollt auf MagiskSU umsteigen, müsst Ihr zunächst das unSU-Script von osm0sis ausführen und anschließend die Magisk-ZIP flashen. Falls Euer ROM schon ab Werk gerootet ist, müsst Ihr zunächst auf ein Root-freies ROM ausweichen, was izwischen aber die meisten sind.

Fazit

Wer heute moddet, sollte Magisk verwenden. Es ist der typische One-Stop-Shop, also ein Laden, in dem man alles bekommt. Die regelmäßigen Updates innerhalb der App sowie der parallel betriebene Aufwand mit den Betas sorgt für bequemes Rooten und zeitnahe Patches für die vermaledeiten SafetyNet-Updates. Übrigens: Falls Euch die Arbeit des Entwicklers gefällt, könnt Ihr ihm Geld spenden.

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